WAS IST…

Im Moment bin ich irgendwo zwischen Blockade, Veränderung und dem Versuch, wieder herauszufinden, wo ich eigentlich hinwill.

Ich hatte fest damit gerechnet, THIS IS ME bei meinen nächsten Ausstellungen zeigen zu können. Diese Serie bedeutet mir sehr viel, vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht einfach nur Bilder sind. Sie erzählt etwas von mir. Etwas, das ich lange nicht erzählt habe.

Leider kann ich sie bei den kommenden Gruppenausstellungen nicht mitnehmen.

Und nein, das bedeutet nicht, dass mir die Werke, die ich stattdessen zeigen werde, nicht gefallen. Im Gegenteil. Aber ich wollte THIS IS ME zeigen. Vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, dass genau jetzt der richtige Moment dafür wäre.

Und plötzlich musste ich wieder umdenken.

Also habe ich gemalt.

Nach fast zwei Jahren habe ich wieder abstrakt gearbeitet.

Und ich hätte nicht gedacht, wie sehr mir das gefehlt hat.

Keine Figur, die stimmen muss. Kein Gesicht. Keine Erwartung. Kein Gedanke daran, ob etwas verständlich oder verkäuflich ist.

Nur Farbe, Bewegung, Spachtel, Fläche.

Ich konnte einfach malen.

Ohne Druck.

FREI.

Und genau dieses Gefühl hatte ich lange nicht mehr.

Gleichzeitig ist auch Der Patrón in Rosa zurückgekommen.

Drei neue Bilder.

Diesmal geht es um den Zerfall. Um Macht, die langsam verschwindet. Um Fassaden. Um das, was übrig bleibt, wenn Glanz, Status und Kontrolle anfangen zu bröckeln.

Vielleicht passt diese Serie gerade besser zu mir, als ich dachte.

Denn seit ungefähr einem Monat habe ich unglaublich viele negative Gedanken über meine eigene Kunst.

Bin ich gut genug?

War es richtig, mich selbstständig zu machen?

Kann ich wirklich davon leben?

Bin ich überhaupt die Künstlerin, die ich sein möchte?

Und irgendwann geht es dann nicht mehr nur um die Kunst.

Dann stellt man plötzlich auch sich selbst infrage.

Als Selbstständige.

Als Künstlerin.

Und manchmal sogar einfach als Mensch.

Gestern hatte ich eigentlich einen ganz anderen Text geschrieben.

Danach wollte ich weiterarbeiten.

Stattdessen habe ich irgendwann aufgehört zu malen und mein komplettes Atelier auf den Kopf gestellt.

Aber mein Atelier ist für mich viel mehr als ein Raum, in dem ich male.

Es ist mein Rückzugsort. Mein kleines Heiligtum.

Ich komme dort an und werde ruhig. Ich kann abschalten. Ich muss nichts darstellen, nichts erklären und niemand anderes sein.

Dort kann ich einfach Taini sein.

Und das ist für mich etwas unglaublich Wertvolles.

Ich weiss, was für ein Glück ich habe, nicht nur diesen Ort zu haben, sondern auch Menschen um mich herum, die mich genau so akzeptieren.

In der Kulti Wetzikon fühle ich mich zuhause.

Und vielleicht bedeutet mir das gerade deshalb so viel, weil ich über viele Jahre immer wieder das Gefühl hatte, meine Wurzeln irgendwo verloren zu haben.

Dort habe ich etwas gefunden, von dem ich lange nicht wusste, dass ich es überhaupt gesucht habe:

ein Stück Zuhause.

Nicht wegen der Wände.
Nicht wegen der Möbel.
Nicht wegen meines Ateliers allein.

Sondern wegen des Gefühls, das dieser Ort mir gibt.

Es erinnert mich ein bisschen an meinen Mann.

Wenn ich ihn anschaue, weiss ich: Eigentlich ist es egal, wo wir sind. Solange er neben mir ist, könnte ich mich fast überall zuhause fühlen.

Vielleicht ist Zuhause am Ende eben nicht unbedingt ein Ort.

Vielleicht ist es das seltene Gefühl, irgendwo anzukommen und für einen Moment nicht mehr suchen zu müssen.

Und genau deshalb stelle ich mein Atelier gerade auf den Kopf.

Nicht weil ich mich dort nicht wohlfühle.

Sondern weil dieser Ort mir so wichtig ist, dass ich möchte, dass er mit mir mitwächst.

Im Moment weiss ich noch nicht genau, wohin das alles führt.

Aber vielleicht muss ich das auch noch nicht wissen.

Vielleicht ist genau das gerade mein WAS IST.

WAS WIRD

Und trotzdem geht es weiter.

Als Nächstes werde ich in der Kronen Galerie in Zürich ausstellen.

Auch wenn ich dort THIS IS ME nicht zeigen kann, freue ich mich darauf, neue Arbeiten mitzunehmen. Arbeiten, die genau aus dieser Phase entstehen, in der ich gerade selbst noch nicht genau weiss, wohin sich alles entwickelt.

Vielleicht ist genau das der spannendere Teil daran.

Nicht immer das zu zeigen, was ursprünglich geplant war.

Sondern das, was gerade wirklich da ist.

Neue Bilder.
Neue Zweifel.
Neue Ideen.

Und wahrscheinlich noch einige Veränderungen im Atelier.

WAS WIRD weiss ich gerade noch nicht ganz genau.

Aber der nächste Schritt steht bereits fest: Zürich.

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